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empfehlen wir die aktuelle Jahresrubrik. Auf dieser Seite werden ständig Aktualisierungen vorgenommen und über die neuesten Aktivitäten berichtet .

Auch unter der Rubrik  Die Kabylei  werden in Abständen neue Artikel veöffentlicht.

WORUM GEHT’S ? / DAS HAUS /  DIE KINDER

Die Initiative                                                                      

„Kinder der Kabylei“ ist eine seit 2010 existierende deutsch-kabylische Privatinitiative die sich zur Aufgabe gestellt hat, den in der Kabylei in einem Dorf namens Ilunisen lebenden Kindern, Alternativen zur einseitigen staatlichen Bildung und Erziehung zu bieten und dazu beizutragen die alte Kultur und Sprache der Berber bzw. der Kabylen zu pflegen und zu erhalten.

Der Gründer dieser Initiative ist Manis (alias Ahmed Amrioui ), verheiratet, 2 Kinder. Er wurde 1950 in der Kabylei im nordöstlichen Algerien geboren.
Nach dem Abitur in der Kabylei - Algerien - studierte er in Magdeburg Maschinenbau.  Anschließend leistete er in seiner Heimat seinen Wehrdienst und arbeitete einige Jahre in Westalgerien.
Danach ging er zurück nach Deutschland, wo er beruflich tätig war und bis heute lebt.
Nach Beendigung seines Arbeitslebens setzt er sich nach Kräften für dieses Projekt in seinem Heimatdorf ein.
Manis besucht seine Heimat mehrmals im Jahr und stellt sich mit Freude während dieser Aufenthalte in den Dienst der Kinder.
Als Erstes hat er dort einen Raum geschaffen, um den Kindern einen Ort zu geben, an dem sie zusammenkommen können um unbeschwert zu spielen, aber ganz wichtig, die Gelegenheit haben zu lernen. Es werden Kurse in Französisch, Englisch und Grundlagen in Naturwissenschaften und Technik angeboten.
Ausflüge werden organisiert und unternommen.
Kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel Märchenlesungen oder Kinovorführungen werden durchgeführt.
Viel Wert wird aber auf Unterricht der Muttersprache der Kabylen dem Kabylisch gelegt .
Man muss sich vorstellen, was den Deutschen und den meisten Bewohnern aller Ländern dieser Erde Normalität ist, ihre Muttersprache lesen und schreiben zu können, war den Kabylen bisher verwehrt. Erst seit kurzem ist es gesetzlich erlaubt, dass die kabylische Sprache gelehrt werden darf.
Allerdings wird dieser Unterricht nur an wenigen Schulen angeboten und schon gar nicht an der Grundschule des Heimatortes von Manis.
So hat sich die Initiative zur Aufgabe gestellt diesen Bedarf der Menschen nachzukommen, statt einer ungeliebten Fremdsprache dem Arabischen, die ihnen im Alltagsleben gar nichts nützt, ihre eigene Muttersprache zu erlernen.
Unter diesem Aspekt soll die Erwachsenenbildung ebenfalls zu einem Schwerpunkt der Initiative werden. Im Nachhinein hat sich ergeben, das selbst einige analphabete Erwachsene aus diesem Dorf die Möglichkeit nutzenKabylisch lesen und schreiben zu lernen.
Die Familie von Manis, die in der Nähe wohnt und einige wenige Freiwillige kümmern sich während seiner Abwesenheit um diese Kinderstätte und sorgen dafür, dass die Initiative am Laufen gehalten wird.

 

Das Anliegen  

Das Anliegen des Gründers ist es Beispiel zu geben und auf diesem Wege Kabylen, die sich in ähnlichen Situationen befinden aufzumuntern, sich für ihre Heimat und besonders für die Kinder zu engagieren.
Die Idee ist sozusagen eine Schule zu gründen, die Schule machen soll.
Ausgehend von dem Prinzip, dass es keine bessere Investition gibt als die Zukunft der Kinder.        Es lohnt sich!  

Wie es dazu kam

Die Ursache, die zur Entstehung dieses Projektes führte, liegt weit in der Vergangenheit des Gründers.
Aufgewachsen mit zwei Schwestern und sieben Brüdern während des algerischen Unabhängigkeitskrieges, wurde er als 8-jähriger Augenzeuge eines Bombardements auf sein Geburtshaus. Dabei wurden einige Brüder verletzt und seine Mutter verlor einen Teil ihres Armes.
Dies war eine sehr problematische Zeit, geprägt durch Hunger und Angst.
So hatte er als Einziger der Familie die Möglichkeit das Abitur zu machen und später sogar im Ausland zu studieren. Die anderen Kinder blieben auf Grund der schwierigen Umstände Analphabeten.
Auch später in Deutschland lebend, ist der Kontakt zu seiner Familie nie abgebrochen.
Durch die regelmäßigen Besuche in seiner Heimat musste er erkennen, wie sich die Situation, besonders in seiner Heimatregion immer mehr verschlechtert.
Arbeits- und Perspektivlosigkeit, ungenügende Schulbildung, grobe Vernachlässigung der ganzen Region, hinzu kam der Terrorismus, der bis heute anhält!
So reifte der Gedanke seiner Heimat etwas zurückzugeben und sich für den Nachwuchs zu engagieren.
Zunächst begann er seine zahlreichen Nichten und Neffen zu unterrichten.
Im Laufe der Zeit wurde ihm aber immer bewusster, dass er auch andere Kinder mit einbeziehen möchte.
So reifte sein Plan eine leerstehende, Bauruine für die Kinder herzurichten, um ihnen so einen Ort anzubieten, wo sie sich außerhalb der Schule Wissen aneignen können, aber auch einen Ort der Zerstreuung anzubieten, um Ihren tristen Alltag etwas zu bereichern.


Eine baufällige verlassene Garage im kabylischen Heimatdorf  Ilunisen, Commune  At-Yahya-Musa (ca. 15 km südlich von Tizi-Ouzou  und ca. 120 km östlich von Algier), wird seit Anfang 2010 durch die Initiative von Ahmed (Manis) Amrioui mit eigenen finanziellen Mitteln unter Mithilfe seines dort lebenden Bruders und dessen Söhnen wieder auf- bzw. ausgebaut.                                           Die wichtigste Maßnahme war die Dacheindeckung, um das Haus vor weiterem Verfall zu schützen.                                                             Es wurden Mauerdurchbrüche für Fenster und Eingangstür vorgenommen. Neue Fenster und Tür eingesetzt.                Anschließend erfolgte der Innen- und Außenputz.                              Die Elektroinstallation wurde vorgenommen, Bodenfliesen gelegt, sowie Regale, Tische und Stühle angeschafft.


Die Einweihung des Hauses                                                                                                Ein lang ersehnter Tag für die Kinder. Die Bauarbeiten waren größtenteils abgeschlossen und das sollte auch gebührend gefeiert werden. Die Mädels erschienen festlich gekleidet. Als kleines "Bonbon" wurde ein Diavortrag über die Entstehung des Hauses und ein Kindertrickfilm gezeigt. Bewirtet wurden die Kinder mit Crossants, Limo und frisch gemolkener Milch, die ein benachbarter Bauer gespendet hatte. Mit Musik zum Abtanzen auf kabylische Art wurde die kleine Feier beendet.


Namensgebung                                                                                                                            Lange wurde überlegt, welchen Namen das Haus tragen sollte. Nach vielen Diskussionen waren alle Mitwirkende an einem Punkt angelangt und ratlos. Man war in der Tat mit seinem „Wissen“ am Ende! Daraus entsprang die Idee das Wort „Wissen „ als Namen zu verwenden. Stolz wurde vom 10- jährigen Jugurta der Name „AXXAM N TMUSNI“ übersetzt „HAUS DES WISSENS“ über die Haustür gemalt.                                                              Gut gemacht Jugurta!


Der erste Unterricht                                                                                                   Ein denkwürdiger Moment für das Axxam n Tmusni der erste Unterricht fand statt. Der Tischler hatte das Lehrerpodest und das Regal fertiggestellt und der komplett leere Raum konnte eingerichtet werden. Das Podest wurde zusammengebaut, Regale montiert und die aus Deutschland gespendeten Bücher und Spiele konnten nun eingeräumt und genutzt werden. Trotz noch fehlender Tische und Stühle wurde die erste Unterrichtsstunde abgehalten. Auf Ziegelsteine wurden Holzbohlen gelegt und schon waren Sitzgelegenheiten geschaffen. Die Kinder fanden`s trotzdem gut.


Tische und Stühle                                                                                                                            Im Februar 2012 war es soweit, Dank eingegangener Spenden konnten Tische und Stühle angeschafft werden. Mit einem Pickup und der Hilfe der grösseren Jungen, die mit Feuereifer dabei waren, wurden die Tische und Stühle in der nächst grösseren Stadt ausgesucht, heimtransportiert und aufgebaut. Das Provisorium, als Sitzgelegenheit Bretter auf Backsteinen zu verwenden, hatte jetzt ausgedient.

 


 In diesem Stadium war der Rahmen geschaffen in der die Initiative " Kinder der Kabylei" ihre Wirkung voll entfalten kann.

Natürlich geht es weiter!

Über alle Aktivitäten und Neuigkeiten wird berichtet in der entsprechenden Jahresrubrik.


Investitionsliste

Monat

Jahr

Maßnahme / Anschaffung

Juni

2010

Dacheindeckung

August

2010

Neue Fenster, neue Tür

September

2010

Innen- und Aussenputz

Dezember

2010

Elektroarbeiten

März

2011

Bodenfliesen gelegt

April

2011

Streicharbeiten , innen

September

2011

Regale und Lehrerpodest angeschafft

Januar

2012

Baumanpflanzung Maulbeerbäume

Januar

2012

Einzäunung des Geländes

Februar

2012

Tische und Stühle  angeschafft

März

2012

Projektor angeschafft

Oktober

2012

Springbrunnenbau

Mai

2013

Klimaanlage angeschafft


Eie bunte Kinderschar 2011
Eie bunte Kinderschar 2011

Bisher werden mit dem Projekt Kinder erreicht, die in Manis Heimatdorf leben.

Es handelt sich um Kinder im Alter von ca. 4 bis 15 Jahren.

Man sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass Kinder in der Kabylei anders aufwachsen als beispielsweise in Mitteleuropa. Es geht hier nicht um den unterschiedlichen Lebensstandard, sondern darum, wie diese Kinder besonders die auf dem Lande ihre Kindheit erleben.

Es beginnt mit der Sprache. Bis zur Einschulung sprechen die Kinder selbstverständlich ihre Muttersprache Kabylisch. Ab der 1.Klasse werden sie ausschließlich in Arabisch unterrichtet, das heißt sie bekommen in den ersten Schuljahren wenig vom Schulstoff mit.

Den kabylischen Kindern wird eine arabische Kultur eingegeben und sie wissen bald nicht mehr was sie sind und welchem Kulturkreis sie angehören. Damit ist eine gewisse Desorientierung vorprogrammiert.  

Zu Hause sind die meisten Mütter noch Analphabeten, können also gar keine Hilfe leisten.

Die Kinder sind meist auf sich allein gestellt, mit dem Ergebnis einer miserablen Schulbildung.

Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Schuljahre an dessen Ende dann die Perspektivlosigkeit lauert.

Aber auch außerhalb der Schulzeit fehlt es oft an sinnvollen Beschäftigungen.     Die Kinder sind durchaus gewitzt und aufnahmefähig und es bedarf nur einer sinnvollen Anleitung, um ihnen Einblicke in andere Welten und Sichtweisen zu gewähren und ihnen vor allem einen Ort zu bieten an dem sie spielen und Spaß haben können.